Persönliche Charts – Alben 2013 – Teil 2

Hallo.

Hier meine Platz 1-10 Alben von 2013. Achja, und Frohe Weihnachten.

10 Galaxy Space Man – … But Heaven Is Clear

Image

Das Debütalbum dieser Hamburger Band konnte ich glücklicherweise dieses Jahr noch entdecken. Ich war nach wenigen Sekunden reinhören direkt überzeugt, da man eindeutig post/prog- Einflüsse wie Oceansize oder Karnivool raushören kann.  Mit “Queen Of Gold” startet das Album nach einem kurzen Intro direkt mit einem fetten Basslauf und interessant punktierten Drums. Vor allem der letzte Part des Songs mit den abwechselnden 2 Gitarren gefällt mir besonders gut. Aber auch Songs wie “Architecture” und vor allem “Enter The Void” bleiben in ihrer Gesamtheit sehr interessant. Auch geht es z.B. in “Harvest” mal etwas härter zur Sache, aber auch das haben die Jungs sehr gut im Blut. Das Outro ist nochmal sehr entspannend, hier gibt es einen sehr gelungenen Einsatz von Akustik-Gitarren. Das Album ist zwar nicht gerade lang für ein Debütalbum, aber ist in seiner prägnanten Kürze trotzdem äußerst vielfältig. Ich bin sehr gespannt auf eine Live-Darbietung im nächsten Jahr und werde die Aktivitäten der Band genau im Auge behalten.

09 Foals – Holy Fire

Image

Die Single “Inhaler” bekam ich schon länger vor dem Album-Release zu hören und die neue Richtung gefiel mir gleich. Bereits auf dem letzten Album (immer noch mein Lieblingsalbum) bewegten sich Foals viel mehr in Richtung Post-Rock weg vom Indie/Hipster-Mathrock. Diese Richtung behalten sie zwar teilweise bei, allerdings gibt es auch rockige Einlagen, sogar längere Gitarren-Solo-Passagen. Ungewöhnlich ist auch das sich sehr langsam aufbauende Intro für das Album, da es sonst immer gleich zur Sache ging. Entgegen der Ansicht einiger anderer finde ich das jedoch auch sehr passend. Die Single und der wahrscheinlich poppigste Song “My Number” ist sowohl musikalisch als auch lyrisch eigentlich vollkommen lächerlich. Trotzdem kann ich immer in gutem Sinne darüber lachen und somit den Song trotzdem genießen. Besonders eigen für die Band ist der Song “Late Night”, in dem erstmals wie oben schon angedeutet ein sehr langes und intensives Gitarren-Solo vorkommt. Es klingt zwar sehr typisch nach Rock, aber verfeinert den sonst auch sehr entspannenden Song vielmals. In Tracks 7-9 hört man wieder viel Math-Rock-Elemente raus, die aber subtil im Post-Rock-Mantel verpackt sind und auch äußerst entspannend wirken – ähnlich wie auf dem Vorgänger. Highlight ist für mich das Schlusslicht “Moon” mit einer absolut außergewöhnlichen Atmosphäre, die ich von der Band noch nicht kannte.

08 Mogwai – Les Revenants (Soundtrack)

Les+Revenants

Für mich gibt es vermutlich bisher keine Jahrescharts, in denen ich Mogwai auslassen würde. Selbst nicht oder vielleicht sogar gerade dann nicht, wenn sie ein Soundtrack-Album veröffentlichen. Wie dieses Jahr für die französische Serie “Les Revenants”. Einige der Songs kannte ich schon aus der “Les Revenants EP”, die ich kurz zuvor schon sehr genossen habe. Die Schotten zeigen sich wieder von ihrer eher klassischen Kammermusik-artigen Seite, wie bereits auf “Earth Division” oder dem 23-minütigen Meisterwerk “Music For A Forgotten Future”. Dieser Stil und diese Seite der Band (denn ihre eigentliche Musik hat erstaunlich wenig damit gemeinsam, insbesondere die neuen und zukünftigen Veröffentlichungen) gefällt mir generell besonders gut und ich würde jedem Regisseur empfehlen, Mogwai den Soundtrack spielen zu lassen, denn dabei geht mit Sicherheit nichts schief. Der Opener führt schon in die Atmosphäre des Soundtracks ein und passt vermutlich auch gut zur Stimmung der Serie (habe ich leider nie gesehen, mein Französisch ist dafür viel zu schlecht). In “Kill Jester” findet sich wie für die Band bekannt ein besonders ausgeprägter Bass-Sound in einer schönen Klavierbegleitung. “This Messiah Needs Watching” war bereits auf der EP in anderer Version zu hören, auch wenn mir die EP-Version etwas besser gefällt, bleibt der Song unheimlich atmosphärisch. Die Songs sind generell zwar sehr kurz, aber bräuchten auch nicht viel länger ausgeführt werden, das wäre für ein Soundtrack-Album auch eher unpassend. Am Ende des Albums findet sich ein Cover “What Are They Doing In Heaven Today?”, dass es sich dabei um ein Cover handeln muss, ist unschwer zu erkennen. Auch wenn der Song wenig mit dem Mogwai-Stil und dem Rest des Albums zu tun hat, muss er wohl eine besondere Stellung und einen Wert (wahrscheinlich Lyrics-bezogen) innerhalb der Serie haben und ist nichts desto weniger ein wichtiger Bestandteil des Albums. Das Outro macht der Opener der “Les Revenants EP” in selber Version “Wizard Motor”. Dieser Song könnte als einziger auch genauso gut auf einem Studio-Album zu finden sein und muss dem geneigten Mogwai-Hörer einfach gefallen. Ich bin gespannt auf “Rave Tapes” und die weitere Entwicklung der Band, bleibe aber auch stets gespannt auf Soundtrack-Projekte, da mich dieses sehr überzeugt hat.

07 Intronaut – Habitual Levitations

Habitual+Levitations

Schon die Entwicklung der Band auf dem Vorgänger “Valley Of Smoke” hat mir als Post-Metal-Fan sehr gut gefallen, da sie auf den ersten Veröffentlichungen doch eher die härtere Schiene fuhren und kaum Variation in der Dynamik hatten. Den neuen Stil führen sie auf diesem Album fort und integrieren auch nach wie vor Jazz- und vor allem Progressive-Elemente. Was der Drummer veranstaltet ist und bleibt unergründet und wie sie es schaffen, trotz der chaotischen Mischung aus Post-Progressive-Jazz immer noch brutale Metal-Riffs zu kreieren ist mir ebenso schleierhaft. Das Highlight des Albums bildet für mich nach den brachialen ersten 3 Songs die Mitte des Albums: “Sore Sight For Eyes” fängt mit diesem total ungewöhnlich akzentuierten Riff an und “Milk Leg” hört mit dieser sehr abrupt startenden Jazz-Post-Rock-Impro auf. Besonders gut gefällt mir auch das Drumming in den Songs 6,7 und 9. Das einzige Manko ist das viel zu lange Outro des Albums, das viel weniger aus tatsächlicher Musik als unnötigem Effektrumgespiele besteht. Wenigstens wird das ganze noch von einer stimmlichen Höchstleistung abgeschlossen, einem schrillen Schrei.

06 Hammock – Oblivion Hymns

Adobe Photoshop PDF

Hammock ist eine der wichtigsten Bands überhaupt für mich geworden, da ich bisher nichts vergleichbar außergewöhnlich Schönes gehört habe. Auf dem neuen Album steht im Gegensatz zum Vorgänger wieder deutlich die Ambience im Vordergrund, d.h. es gibt keine Drums mehr und (bis auf eine Ausnahme) keinen Gesang. Diese Situation gab es schonmal auf dem Album “Maybe They Will Sing For Us Tomorrow”, welches für mich auch eins der interessantesten Hammock-Alben bleibt. Eben eins, das einem nicht beim ersten Hören gleich gefällt, sondern mehr Aufmerksamkeit für die Klangfarben verlangt. Hier geht es sehr ähnlich zu, allerdings erweitern diesmal besonders Streicher den Sound der Band immens. Noch nie gab es auf den Hammock-Alben einen derart intensiven Streicher-Einsatz, hier bilden die Streich-Instrumente sogar die Haupt-Besetzung in den Songs. Auch neu ist der Einsatz eines kompletten Chors (als Gesang-Ersatz), der aber erstaunlich gut zur Gesamt-Atmosphäre passt und vor allem wieder was Neues bringt. Bei Hammock kann man natürlich immer den Eindruck gewinnen, es klänge alles gleich, selbst ich habe diesmal einige Gemeinsamkeiten zu altem Material festgestellt: Die Hauptmelodie in “In The Middle Of This Nowhere” erinnert zumindest im Anfang an die im Song “Little Fly (Mouchette)”. Dennoch liefert das Ambient-Duo hier wieder etwas völlig Neues, was der erfahrene Hammock-Hörer sofort von altem Material unterscheiden kann. Gerade wegen des verstärkten Einsatzes von Klassik-Instrumenten. Das einzige, was nicht so ganz meinen Geschmack trifft und auch meiner Meinung nach nicht an das Ende des Albums passt ist der hymnenhafte Gesang in “Tres Dominé”. Zweifellos haben sie hierfür einen sehr talentierten Sänger engagiert, aber ich finde es passt einfach nicht zum Hammock-Sound. Trotzdem eins ihrer besten Werke bisher und sie haben meines Erachtens noch keine Fehltritte gehabt.

05 Palms – Palms

Palms

ISIS-Besetzung und Chino Moreno. Nach der Info war sofort klar, dass ich reinhören musste. Ich hatte allerdings erstmal noch keine großen Erwartungen, da ich mir dachte bei den ISIS-Leuten sei die Luft raus, weswegen sie sich auch aufgelöst hätten. Ich bin froh, dass meine Erwartungen mehr als übertroffen wurden. Das Drumming und der Gitarren-Sound erinnert zwar von der ersten Sekunde an an die ruhigeren ISIS-Passagen, aber ist in einer viel tiefgründigeren Einstimmung und wird daher wieder zu einem ganz anderen Sound. Der typische Chino-Gesang verfeinert das ganze nochmal extrem. Auch dieser klingt wie in den ruhigeren Deftones-Songs, aber auch wieder besonders zum Sound passend. Das Album-Cover ist wahrscheinlich mein Lieblingscover des Jahres und passt zur Musik wie kein anderes. Diesen Ort stellt man sich vor, wenn man Songs wie “Patagonia” oder “Antarctic Handshake” durch einen fließen lässt. Besonders in Erinnerung bleibt das längste Stück “Mission Sunset”, welches erstmal mit Ozean-Antarktis-Anklängen in den einzelnen Gitarrentönen beginnt und mit einem perfekt akzentuierten Drumming fortgeführt wird. Das Ende des Songs, in dem das Anfangsmotiv in intensiverer Variation wiederholt wird ist das absolute Highlight des Albums. Besonders in Erinnerung bleibt mir auch der Gesangspart im nachfolgenden Song “Shortwave Radio”: Ascending Into Heaven While Staring Into Hell. You’re Staring Into Heaven Descending Into Hell. Dieser wird langsam aufgebaut und endet mit einer erdrückend fetten Gitarren-Begleitung, absolut perfekt. Der letzte Song wirkte anfangs etwas zu lang und un-aufregend auf mich, aber nach mehrerem Hören ist er nun einer der entspannendsten, die ich kenne und bildet einen besonders guten Abschluss des leider trotzdem etwas zu kurzen Debüt-Albums. Ich bin auf jeden Fall auf Weiteres gespannt und habe Gott sei Dank nochmal die Chance bekommen eine Teilbesetzung von ISIS live erleben zu dürfen.

04 EF – Ceremonies

ceremonies

Als ich vom neuen EF-Album hörte, dachte ich mir zuerst: Cool, höre ich mal rein. Die Band hatte zwar bisher meine Aufmerksamkeit mit ihrem vorigen Album erlangen können, aber gehörte nie zu meinen Favoriten. Bis jetzt. Auf diesem Album startet es verhältnismäßig ruhig mit einem 8-minütigen wundervoll inszeniertem Post-Rock-Stück, welches schon an die früheren EF-Songs erinnert, aber viel detaillierter und liebevoller geschrieben ist. Auf dem folgenden Stück finden sich überwältigende Melodien und unglaublich gefühlvolle Gesangseinlagen. Mit dem kleinen, aber sehr bedeutenden Zwischenstück “Sex”  führen die Schweden ihre Zahlenserie fort (ja, es geht um die Zahl, allerdings vermisse ich bis heute die Nummer Drei) und schaffen eine sehr wirkunsvolle Überleitung zum Zentralstück “Delusions Of Grandeur”, welches bereits auf der gleichnamigen EP zu hören war. Dieses gefiel mir, nachdem ich es im Ceremonies-Kontext gehört habe um einiges besser und gehört auf jeden Fall zu den besten Songs des Jahres. Mein Favorit ist allerdings der Nachfolger “Where G. Mallory Sleeps”, dessen erste zwei Minuten für mich immer unvergesslich bleiben werden, Gänsehaut beim ersten Hören. Auch das Ende des Songs überwältigt mich jedes Mal aufs Neue. Den Abschluss macht ein sehr schönes zweiteiliges Klavier-Stück mit begleitenden Atem-Geräuschen (die lustigerweise in beiden Parts unterschiedlich rhythmisiert werden), den Bonustrack “Sun Grows Dim” höre ich auch jederzeit gerne danach. Insgesamt also eine für mich sehr überraschende Entwicklung der Band, da ich die ersten beiden Alben bisher immer recht uninteressant fand. Ceremonies verdient absolut eins meiner Lieblings-Post-Rock-Alben genannt zu werden.

03 This Town Needs Guns – 13.0.0.0.0

130000+cover

Das erste 2013-Album, das ich dieses Jahr gehört habe. Und auch das erste Album, das ich in diesem Jahr exzessiv durchgehört habe, gleich zu Beginn des sehr vielversprechenden Jahres, in das wir Gott sei Dank trotz Auslaufen des auf dem Album-Cover abgebildeten Maya-Kalenders ohne Schaden gelangen konnten. Die Bedingungen für die Band sahen zunächst nicht sehr gut aus, nachdem der Sänger und unheimlich wichtige Bestandteil von This Town Needs Guns die Band verlassen hatte. Die zwei Brüder (Schlagzeuger und Gitarrist) waren die letzten verbleibenden Mitglieder und brauchten dringend einen Bassisten und einen Sänger. Diesen fanden sie dann glücklicherweise auch. Singular stimmt auch, denn Neuzugang Henry Tremain übernimmt gleich beides. Und beides übernimmt er mit der Hingabe, die für diese einzigartige Musik notwendig ist. Im Gesang hört man selbstverständlich deutliche Unterschiede, aber der Stil bleibt gleich und passt nach wie vor perfekt zu der komplizierten aber dennoch wundervoll gestalteten Musik. Den Opener und “Left Aligned” hatte ich schon im vorigen Jahr gehört und war sofort hin und weg vom “neuen alten” Sound der Band. Die ersten drei Songs haben nach wie vor die charakteristische TTNG-Song-“Struktur”, in die man als Laie kaum durchsteigt. Es klingt aber trotzdem wie gewohnt überhaupt nicht technisch, sondern unheimlich gefühlvoll. Der erste instrumentale Zwischentrack gefällt mir wegen der Bassline und dem fetten Drum-Sound besonders gut. Der 5-te Song “I’ll Take The Minute Snake” ist für mich das Highlight des Albums. Hier sind verhältnismäßig simple Drums und sogar Gitarren (verhältnismäßig!) enthalten, aber der Song, insbesondere der instrumentale Abschluss-Part zählt zu den schönsten der Band. Danach zeigen die Jungs, dass sie (wie auf der Debüt-EP) nach wie vor wundervolle Akustik-Songs schreiben können. Die Songs 8,10 und 11 sind absolute Ohrwürmer und bleiben auf dem Niveau der ersten drei. Das einzig traurige ist die Kürze des Albums, die leider stark mit teilweise unnötigen Fillern gefüllt wird, hier hätten ein oder zwei richtige Songs einiges verbessern können. Trotzdem höre ich das Album immer wieder sehr gerne komplett durch.

02 Karnivool – Asymmetry

Asymmetry+High+quality+PNG

Karnivool hatte ich noch nie intensiv gehört und als ich am Anfang des Jahres in “We Are” reingehört habe, war ich auch nicht gerade vom Hocker gerissen. Als ich das Album aber dann doch gekauft und sehr oft durchgehört habe, musste ich feststellen, dass es sich vollkommen gelohnt hat. Ich bin sehr spät und auch sehr schwer in diesen etwas neuen Stil des Drummers (es gab schon Anklänge auf “Sound Awake”) reingekommen, aber als es dann so weit war, war ich überwältigt. Die Spielweise des Schlagzeugers ist auf komplett merkwürdige Art und Weise so entgegen der Musik, dass es viel besser passt als gewöhnliche Drums. Auf den Songs 2-4 gibt es mehrere Passagen, in denen man glaubt der Drummer sei aus dem Rhythmus gefallen. Ist aber alles Absicht und passt wie gesagt ungewöhnlich gut zum Fluss der Songs. Auf “A.M. War” und “The Refusal” zeigen die Australier erstmals eine härtere Seite, was aber unglaublich gut gelingt und auch sehr viel Variation mit einbringt. Die Atmosphäre auf dem Zentralstück “Aeons” ist unglaublich wirkungsvoll, wodurch der Songs zu einen meiner Lieblingssongs des Jahres wurde. Auf “Eidolon” wird es erstmals etwas ruhiger mit Xylophon-Einlagen und entspannten Bassläufen. Das Highlight bilden für mich die Songs 9  und 11. In “Sky Machine” geht nach einem einminütigen Intro in ein unvergessliches Riff mit unglaublicher Energie. Auch finden sich in diesem Songs die beeindruckendsten Gesangspassagen der Band, wirklich eine Glanzleistung. In “The Last Few” geht es wieder sehr vorwärts mit einem perfekten Gitarren-Drums-Zusammenspiel. Den Abschluss bildet das längere Stück “Alpha Omega” mit sehr eigenen Gitarrenklängen und einer Spielart, die für die Band nicht üblich ist. Alles in Allem ein mehr als gelungenes Album, selbst die Zwischensongs gehören für mich mittlerweile einfach zum Fluss dazu. Besonders herausragend war auch die Live-Darbietung in Wiesbaden, der Gesang ist live einfach genauso überwältigend wie auf CD.

01 Cult Of Luna – Vertikal

Vertikal+cult_of_luna_

Einige, die mich kennen, konnten sich die Wahl des ersten Platzes bestimmt schon denken. Diese Band ist für mich dieses Jahr eine der bedeutendsten überhaupt geworden und nach der Veröffentlichung von “Vertikal” und auch noch “Vertikal II” kann ich sie mittlerweile zu meiner zweiten Lieblingsband zählen (selbstverständlich nach Oceansize). “Vertikal” ist das zweite neue Album, das ich mir dieses Jahr gekauft hatte und ich habe es seither mehr als häufig gehört. Es startet mit einem kurzen bereits schon sehr dunklen Intro, in dem das Hauptmotiv des Albums zu hören ist. Die Überleitung zum ersten Knaller ist perfekt. “I: The Weapon” geht direkt mitten in die Fresse los und enthält wieder göttliche Riffs gepaart mit unbeschreiblich erdrückend dunkler Atmosphäre. Besonders auffällig ist auch der vordergründigere Einsatz von Keyboard und Effekten. Mit dem Nachfolger “Vicarious Redemption” haben die Schweden ihr bisher längstes Schlachtschiff erschaffen und bei der Länge hatte ich schon Befürchtungen, es sei vielleicht unnötig in die Länge gezogen worden. Dem ist aber überhaupt nicht so. Das Intro ist zwar sehr lange, aber auch sehr düster und besonders wirkungsvoll in völliger Dunkelheit (wie oft bei der Band). Besonders hervorragend ist der Wechsel in der Mitte eingeleitet durch den unter den Fans häufig als “Dubstep”-Part bezeichneten Teil, in dem heftiges Keyboard-Wummern von erschlagenden Drums begleitet wird. Der letzte Teil des Songs bildet für mich den absoluten Höhepunkt und ist einer der besten Momente der Band. Danach musste einfach etwas zum runterkommen folgen. Das kurze Zwischenstück beinhaltet wieder das Leitmotiv des Albums und leitet somit perfekt zum nächsten Song über, in dem das Motiv übrigens erneut zum Einsatz kommt. “Synchronicity” wird eingeleitet durch vollkommen uneinheitliche Drums und einem richtig bösen Gitarren-Sound. Der Song erinnert eher an die “Eternal Kingdom”-Phase, die mir aber auch außerordentlich gut gefallen hat. In “Mute Departure” finden sich wieder perfekte Drum-Einlagen gemischt mit der kontinuierlich düsteren apokalyptischen Stimmung. Auch hier ist der letzte Part der Höhepunkt des Songs. Mit verstörenden Klängen wird zu “In Awe Of ” übergeleitet – dem letzten Koloss des Albums und dem meiner Meinung nach erschütterndsten. Das Riff wird zunächst von einer, dann von zwei Gitarren gespielt und explodiert lediglich beim Einstieg der restlichen Instrumente. In dem Song stimmt einfach wieder alles, auch ist er perfekt inszeniert, da am Ende das Anfangsriff in erdrückender Variation wieder auftaucht. Der Song zählt mittlerweile zu meinen absoluten Lieblingssongs. Ungewöhnlich für die Band schließt das Album mit einem ruhigen atmosphärischen Song auf, in dem allerdings die Gesamtstimmung und das Leitmotiv des Albums noch einmal perfekt aufgegriffen wird und somit noch eine Abschluss-Gänsehaut bereitet. Die darauf aufbauende EP “Vertikal II”, welche später im Jahr erschienen ist, ist auch noch eine perfekte Ergänzung zu diesem Meisterwerk. Schade ist, dass, hätte es ein paar mehr Songs gegeben, wäre “Vertikal” als Doppelalbum mit Sicherheit zum vollkommenen Meisterwerk aufgestiegen. Im Mai diesen Jahres konnte ich dann auch eine Live-Ausführung sehen, die zu den besten Erlebnissen zählt, die ich je hatte. Die Energie und Atmosphäre ist unbeschreiblich und mehr als überwältigend. Leider wird es die nächste Zeit voraussichtlich von Cult Of Luna kaum was zu hören geben, aber eine Auszeit haben sich die Schweden mit “Vertikal I + II” mehr als verdient.

Advertisements

About teajerk

I'm the kinda guy you see when you go fishing. And i don't mean fishing some turtles or stuff, i mean the real deal. I also enjoy collecting fossil dinosaur excrement, watching cats eating my sunglasses and using my psychic energy to control three-legged raccoon dogs. You know, the usual stuff. I mean overall, I'm just a human being as well amn't I. Enjoy my reviews or simply don't. Either way you won't come up to the same satisfaction you get when chasing bears. Oh and don't forget to comment some random stuff I won't ever read anyway. Thanks.
This entry was posted in Random Stuff. Bookmark the permalink.

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s